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Forschung

Neuroendokrine Tumore (NET) sind meist langsam wachsende Tumore, die Ihren embryonalen Ursprung in der Neuralleiste haben. Die Mehrzahl dieser Tumore finden sich im Gastrointestinaltrakt und der Bauchspeicheldrüse kommen aber auch als Bronchialkarzinoide, Phäochromozytome, Paragangliome und  Merkelzellkarzinome vor. Da im gesamten Körper physiologisch neuroendokrine Zellen exisiteren ist die Entstehung diese Tumore prinzipiell in jedem Organ möglich. Da die Mehrzahl dieser Tumore asymptomatisch sind, werden Sie im zeitlichen Verlauf häufig spät entdeckt (5 bis 7 Jahre nach Erstvorstellung) und befinden sich dann meist in einem fortgeschrittenen Tumorstadium. Die Inzidenz dieser Tumore beträgt in Österreich für Frauen 2,36 und für Männer 2,51 pro 100.000 Einwohner (Niederle MB et al Endocrine Related Cancer 2010;17:909-917). Die Prävalenz dieser Tumore ist im Vergleich  dazu ungleich höher, so stellen NETs nach dem Colonkarzinom die zweithöchste Gastrointestinale Tumoridentität dar und ist ca. 3 x häufiger als das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse und 2 x häufiger als das Adenokarzinom des Magens. Dank der Fortschritte in der Bildgebung (Endoskopie, Radiologie, Nuklearmedizin), Chirurgie (minimal invasive Chirurgie) und Entwicklung neuer medikamentöser Therapien  in Form der “targeted therapy” (m-Tor Inhibitoren, Multi Kinase Inhibitoren) neben den seit Jahren etablierten medikamentösen Therapien mit Somatotatinanaloga (Octreotid und Lanreotid)  und Radioligadentherapie mit ß-Strahlern (Y-90 und Lu-177) hat sich die Lebenserwartung und Lebensqualität der PatientInnen deutlich verbessert.

In Österreich finden Sie in fast jedem Bundesland ein NET-Zentrum, das die diagnostische Abklärung (Bildgebung, Labor), die Durchführung endokrin-chirurgischer Operationen, medikamentöse Therapieeinstellungen, nuklearmedizinische Untersuchungen und Therapien anbietet.

Ausgewiesene NET-Zentren  zur Erstabklärung und weiterer Betreuung sind:

Medizinische Universität Graz
GEP-NET Ambulanz
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Auenbruggerplatz 15
8036 Graz
Telefon: 0316-385-13350

LKH-Universitätsklinikum Innsbruck
GEP-NET Ambulanz
Universitätsklinik für Innere Medizin I
Klinische Abteilung für Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen
Anichstrasse 35
6020 Innsbruck
Telefon: 0512-504-23282

AKH-Universitätsklinik Wien
Ambulanz für Endokrin aktive Tumore
Univ Klinik für Innere Medizin I
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Telefon: 01-404-00-44660

 

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